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14.8.2009

Susa Buckenlei gewinnt Norseman
Norseman – Erfüllung eines sportlichen Lebenstraumes...
Es fällt mir relativ schwer mit Worten einen Bericht zu verfassen, über die Zeit in Norwegen, die Ihren Abschluss mit dem wohl härtesten Langdistanz Rennen gefunden hat, denn die Besonderheit des Rennes, die landschaftliche Einzigartigkeit eines Triathlonevents und die Emotionen sind kaum auf Papier zu bringen. Ich kann aber sagen, dass ich überwältigt bin – sowohl vom Rennablauf, dem Land und vor allem der Menschen, die dieses Event organisieren.
Die Umstellung meines Trainings- und Wettkampfkalenders hat sich im Nachhinein tatsächlich ausbezahlt. Trotzdem saß der erste Schock tief, als ich nach meiner Anreise den ersten Blick auf den Gaustatoppen, das 1800 Meter hohe Ziel des Norsemans und die dorthin führende Passstraße mit anschließendem Bergtrail zum Gipfel, werfen konnte. Bilder und Beschreibungen konnten die Höhe und Steilheit des 17km langen Anstieges im Vorfeld nicht annähernd vermitteln. Der Respekt vor dem Rennen wuchs also an, aber dennoch wußte ich, dass genau dieses Finish mein Vorteil in diesem Rennen sein konnte, da mir lange Anstiege im Laufen schon immer gelegen waren.
Schon eine Woche vor dem Rennen bin ich zusammen mit Luise, treuer Freundin und vor allem gute Seele und Hilfe (einfach „Manager“ ) in jeder Situation, angereist, um so wohl die Strecken zu besichtigen, aber auch im Eidfjord etwas Ruhe von meinem alltäglichen Stress meiner Firma zu finden. In einem gemütlichen Appartement mit Balkon und Blick über den Eidfjord, konnte ich Müdigkeit und Arbeitsstress schnell hinter mit lassen und fühlte mich bereits 3 Tage vor dem Rennen „ready to go,go“. Nach zwei Tagen kamen meine Eltern – weiterer Teil meines Supportteams – an, fehlte nur noch mein Bruder Uli, der das Team am nächsten Tag komplettierte. Es ist unglaublich welche Unterstützung ich von deren Seite erhalten konnte. DANKE!!
Jens hat mir im Vorfeld noch meine unzähligen Fragen zum Rennverlauf, Support durch das Team ect. beantwortet .. es durfte also tatsächlich losgehen! In einem Rennen, in dem jeder Athlet mit seinem Team für alles selbst verantwortlich ist, ist das Gold wert! Er selbst konnte am Tag vor dem Rennen bei der Auftaktveranstaltung „Mini Triathlon“ mit starker Performance den zweiten Gesamtplatz belegen! Gratulation an dieser Stelle!!
Eine Motivation der besonderen Art gab es im Vorfeld noch durch Felix Walchshöfer, Renndirektor von meinem Heimrennen in Roth, der einen Tag vor dem Rennen aus Deutschland angereist war, um mein Betreuerteam, das aus meinen Eltern, meinem Bruder und meiner Freundin Luise bestand, zu unterstützen. Mit unglaublichem Support konnte ich am Rennmorgen um 4:00 die Fähre, die uns zur Startlinie in Mitten des 16 bis 17 Grad kalten Eidfjords bringen sollten, besteigen. Die Stimmung dort und der Sprung aller Teilnehmer in die Fluten ist unbeschreiblich und einer der Dinge, die dieses Rennen so außergewöhnlich machen.
Besser als erwartet kam ich schon 2 Minuten nach der Führenden Frau aus dem Wasser und konnte nach 15km die Führung übernehmen. Bereits im Vorfeld stand fest, dass ich äußerst verhalten auf dem Rad unterwegs sein werde, da es der Lauf auf den Gipfel sein würde, der dieses Rennen am Ende entscheidet. Bei starkem Gegenwind über die kompletten 180km die mit 3500 Höhenmetern gespickt sind, bedeutete das für mich einen Radsplitt über 7 Stunden. Rückenschmerzen ab dem ersten Anstieg, der sich bereits zu Beginn des Rennens über fast 40km erstreckt, hätte mein Rennen beinahe zunichte gemacht, jedoch hatte ich in die Kisten meines Supportteams ein Wärmepflaster für diesen Fall eingepackt, das schnell seinen Dienst getan hat und ich somit ohne größere Probleme mit ca. 17 Minuten Vorsprung in der zweiten Wechselzone ankam. Schon auf den noch flachen ersten 25km konnte ich einen sauberen Rhythmus laufen und die Splittansagen meines Supportteams unterstrichen mein Gefühl, denn ich konnte den Vorsprung ausbauen.
Nach 25km zeigt der Norseman dann sein eigentliches Gesicht: über 12km geht es mit meist über 12% Steigung zum Checkpoint an dem mein Bruder als Support sich zu mir gesellen muss, um gemeinsam mit mir die finalen 5km Gerölltrail zum Gipfel des auf über 1800 Meter liegenden Gaustatoppen zu rennen. Mein insgeheimes Ziel bis zum Checkpoint zu laufen und nicht zu gehen, konnte ich erreichen und hatte dennoch beim Einbiegen in den Trail erstaunlich frische Beine. Die Ansage, dass der Streckenrekord noch zu schaffen wäre, ließ mich auch den schwierigsten Part der Strecke noch in hohem Tempo laufen, was am Ende zur 10.schnellsten Marathonlaufzeit im Gesamtfeld geführt hat. Den abschießenden Trail über 4,7km konnte ich sogar schneller als der erste und dritte Mann des Gesamtfeldes absolvieren. Das macht schon ein wenig stolz Als 52.des Feldes war ich vom Rad gestiegen, als 22.kam ich als Gesamtsiegerin der Frauen zusammen mit Jens, meinem Bruder und Felix auf dem Gaustatoppen überwältigt von diesem harten aber gigantischem Rennen, an. Auch Luise hat sich auf den langen Weg zum Gipfel gemacht und mit uns zusammen am Ziel dieses einzigartigen Rennens zu stehen!
Für mich bedeutet dieses Rennen den größten Erfolg meiner Karriere und auch emotional ein bedeutsames Highlight in meinem Leben, was mit Worten schwer zu beschreiben ist.
Gegenströmung und vor allem der eisige Gegenwind auf dem Rad, haben die Bedingungen in diesem Jahr extrem werden lassen. Umso mehr motiviert es mich für die Zukunft, dass ich den bei beinahe Windstille aufgestellten Rekord von 2004 nur um 6 Minuten verpasst habe. Aber das ist nicht allein der Grund wieder zurück zu kehren: viel mehr ist es der Spirit dieses harten und vor allem ehrlichen Rennen und seiner Rennleitung, der mir bleibende Eindrücke und die Lust auf einen erneuten Start im nächsten oder übernächsten Jahr, mit nach Hause gegeben haben.
Wieder möchte ich mich an dieser Stelle bedanken: sowohl bei meinen Sponsoren und Partnern, einer unglaublichen Wettkampfleitung, die dieses Event geschaffen haben, aber ganz besonders beim meinem Team, dass mich über 13 Stunden ununterbrochen begleitet und versorgt hat. Auch für sie bedeutete der Norseman eine extreme Belastung und Energieleistung. Ohne diesen perfekten Support ist ein Sieg nicht möglich. DANKE ist eigentlich auch hier wieder in Worte gefasst viel zu wenig.