News

7.9.2009

Andreas Wolpert: Inferno Triathlon 2009

Nachdem Susa schon so ein Ding rausgehauen hatte, wozu ich ihr noch herzlich gratulieren möchte, konnte ich ja bei einem weiteren außergewöhnlichen Triathlon in Europa ja nicht nachstehen! Hier mein Bericht vom Inferno.

Der Name des Rennens machte mal wieder alle Versprechungen wahr! Es war wieder ein absolut höllisch geiles Erlebnis, die harten 155 Kilometer und 5500 Höhenmeter im Berner Oberland hinter sich zu bringen. Aber erst mal eins nach dem andern.

Start war wieder um 6:30 im Strandbad in Thun. Bei angenehmen 21°C war der Thunersee so warm wie noch nie. Bei meiner mittlerweile 4. Teilnahme am Inferno war zumindest das Schwimmen schon mal sehr angenehm. Das restliche Wetter ließ an diesem Morgen eher zu wünschen übrig. Etwas gespenstisch hingen die Wolken ab ca. 1000 Höhenmetern über der Region an den Bergen fest und versprachen ein eher feuchtes Rennen.

Das Schwimmen lief prächtig und nach 43 Minuten hatte ich die 3,1 Kilometer hinter mir.

Nun galt es die Minute Rückstand zu den beiden Führenden Marc Pschebizin und Axel Reiser reinzufahren. Dafür ließ ich mir satte 65 Kilometer Zeit. Als ich die beiden am Fuße der Grossen Scheidegg vor mir sah wusste ich, dass es heute ein guter Tag für mich werden würde, denn normalerweise bekam ich meist erst beim Lauf Kontakt zur Spitze. Als ich auf die beiden auffuhr fackelte ich auch nicht lange, mit dem Kommentar, dass es jetzt stressig würde zog ich auch gleich an die Spitze und forcierte das Tempo. Marc folgte mir und wir lieferten uns bis zur Passhöhe ein super Duell, welches ich dort für mich entscheiden konnte.
Marc gab mir zu bedenken, dass mein Tempo wohl doch etwas hoch sei, aber ich brauchte das! Nach dem Desaster von Immenstadt wollte ich einfach noch ein gutes Rennen machen und wenn nicht hier, wo denn dann?
Die Bergwertung mit dem ausgeschriebenen Preis eines Abendessens ging an mich.
Jetzt hatte ich wieder eine Abfahrt vor mir, welche schon wie die erste kein Spaß war, da mein Freilauf mucken machte und ich ständig treten musste, damit die Kette auf Spannung blieb. Die Sache hört sich vielleicht nicht so tragisch an, aber es war echt nicht so toll die heftige Abfahrt bei Nebel und Nässe dann auch noch Tretenderweise (auch um jegliche Kurven) hinabzudonnern. Marc nahm mir satte 2-3 Minuten ab. Am Beginn der Mountainbikestrecke holte ich wieder schön zu ihm auf, konnte den Abstand bis auf ca. 30 Sekunden verkürzen. Jedoch musste ich dann abreißen lassen. Wäre ich weiter so hart gefahren hätte ich vielleicht nicht gefinisht. Am Anstieg zur Kleinen Scheidegg verlor ich noch einen Platz an Ramon Krebs, der die Mountainbike Strecke in Rekordverdächtigen 1:37h hinter sich brachte. Beim abschließenden 25km Berglauf aus Schilthorn brauchte ich über 17 Kilometer, bis ich ihn wieder einfangen konnte. Dann war es jedoch deutlich. Von hinten näherte sich noch Mike Schifferle und so musste ich das Tempo nochmals deutlich anziehen. Auf dem wohl schwierigsten Streckenabschnitt von Mürren bis Birg hatte ich mit Abstand den schnellsten Split, ich kam sogar noch bis auf ca. 1 Minute an Marc heran. Der peilte es aber und somit war das Feld geordnet. Mit ca. 4 Minuten nach vorne und nach hinten konnte ich dann „entspannt“ auf dem Schilthorn ankommen. Mal wieder Platz 2, aber es war noch nie so eng wie in diesem Jahr. Wieder unwahrscheinlich hart, aber auch wieder traumhaft schön. Ich verbesserte meine persönliche Bestzeit um satte 8 Minuten auf 9h und knappe 8min. STRAHL, GRINS FREU!!!
Das Wetter sah dies anders und so blieben Eiger, Mönch und Jungfrau eben im Nebel verborgen.
Egal, am nächsten Tag hatte ich eh mehr Zeit um die Landschaft zu genießen.

Es war wieder der Wahnsinn und es ist für mich einfach das schönste Rennen. Ich mag Langdistanzen wie Roth, Lanzarote und noch sehr viele andere Rennen, aber der Inferno ist schon etwas ganz besonderes! Ich kann es nur jedem empfehlen einmal auf dem Schilthorn zu finishen. Wichtigste Voraussetzung: Ihr müsst Berge mögen!
Den Tag auf den ihr da zurückschauen könnt, den werdet ihr niemals vergessen!
Die Veranstaltung ist perfekt organisiert und hat den nötigen Abenteuer-Flair. Sicherlich ist es auch nicht ganz ungefährlich, da man sich eben schon im hochalpinen Gelände bewegt, aber der Veranstalter zeigt absolut keine Scheu das Ziel bei schlechter Witterung einfach tiefer zu legen, was er schon öfter bewiesen hat. Absolute Hochachtung vor dem Organisationsteam des Infernos. Ihr macht ein super Ding.

Hier noch ein Paar nette Links mit Infos und Berichten zum Rennen:
http://www.inferno.ch/
http://www.swiss-image.ch/slideshow/?event=infernotriathlon2009
http://www.swisstriathlon.ch/desktopdefault.aspx/tabid-73/89_read-9244/pdate-22.08.2009/

Ich möchte mich wieder herzlich bei allen für die Glückwünsche bedanken. Ganz besonderer Dank gilt meinen mit angereisten Fans, die mich trotz des mäßigen und kalten Wetters den ganzen Tag heiß machten!  Vielen Dank!

Ride on folks
Andy